Berliner Künstler HÜLPMAN zeigt in Kooperation mit Nights Glow Dark am Alten Wall seine Streetart

Berliner Künstler HÜLPMAN zeigt in Kooperation mit Nights Glow Dark am Alten Wall seine Streetart 1800 1200 Verena Liebeck
#behind­the­scenes

Berliner Künstler HÜLPMAN zeigt in Kooperation mit Nights Glow Dark am Alten Wall seine Streetart

2.August 2022

An Hamburg mag er nicht nur die Fisch­brötchen: Der Künstler HÜLPMAN hat seine ersten kreativen Gehver­suche hier gemacht. Jetzt hängt er am Alten Wall 20/22 im Rahmen eines Förder­pro­jektes der gemein­nüt­zigen Gesell­schaft 105 VIERTEL und in Koope­ration mit der Pop-up Galerie Nights Glow Dark.

Warum hast Du Dir einen Künst­ler­namen gewählt und woher kommt Dein Künst­lername HÜLPMAN? 

HÜLPMAN: Ich wollte nach dem Studium von meinem alten Namen aus Graffiti-Tagen weg und dachte mir, es wäre cool, etwas Neues zu finden. Durch meinen eh schon recht schwie­rigen Nachnamen Hülpüsch kam irgendwann ein Kollege auf die Idee mich immer » Hülpman« zu rufen – ich fand das sehr aussa­ge­kräftig und indivi­duell, somit war der Name geboren. Er bedeutet für mich einer­seits den Bezug zu meiner Family, anderer­seits ist er so auch inter­na­tional besser zu erfassen.

Du bist Grafiker, Illus­trator, Maler, Streetart-Künstler. Für welches Feld schlägt Dein Herz am meisten? 

HÜLPMAN: Ich habe das große Glück, dass ich mit meinem Style ja quasi alle Felder kombi­nieren kann und damit immer wieder neue Wege gehe und vieles auspro­biere. Aber das Fertig­stellen einer Wandpro­duktion ist schon immer ein Highlight. Ich mag am Ende aber vor allem die Mischung aus allen Diszi­plinen und die Vielsei­tigkeit ihrer Anwendbarkeit.

Was möchtest Du mit Deiner Kunst erreichen?

HÜLPMAN: Mit meiner Kunst will ich Leute zum Nachdenken anregen und sie einladen, in eine Geschichte einzu­tauchen. Das Erzäh­le­rische ist mir sehr wichtig und gerade in meinen Bildern gibt es ja eine Menge zu entdecken – länger stehen­bleiben, sich mit dem Werk zu beschäf­tigen und im Idealfall Anschluss­punkte zu finden. Mir ist es auch wichtig, mit meinen Bildern positive Messages zu verbreiten und es ist natürlich auch schön, die Welt ein bisschen bunter und diverser zu gestalten.

Dich treiben aber auch politische Themen an, wie etwa die Gentrifizierung? 

HÜLPMAN: In meinen Werken verar­beite ich sehr viele Einflüsse, die mich umgeben. Als Berliner, der den Wandel der Stadt hier vor Ort, aber auch in Hamburg mitbe­kommen hat, ist das natürlich ein Thema, was mich bewegt. Es tauchen aber auch immer wieder andere gesell­schaft­liche und politische Themen in den Arbeiten auf, wenn auch nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Arbeitest Du lieber in Farbe oder Schwarz-Weiß?

HÜLPMAN: Das Schwarz-Weiße ist über die Jahre ein sehr prägendes Stilmittel für meine Arbeiten geworden, ich mag den hohen Kontrast sehr und den Fakt, dass es ohne viel Schnick­schnack funktio­niert. Mittler­weile bin ich aber auch viel mit Farbe unterwegs und experi­men­tiere, um zu sehen, in welche Richtung es noch gehen kann mit meinen Sachen.

Du bist in Berlin groß geworden und lebst auch noch dort. Jetzt hängst Du an dem histo­ri­schen Boulevard Alter Wall direkt neben dem Hamburger Rathaus. Was ist für ein Gefühl?

HÜLPMAN: Ich freue mich sehr, die Möglichkeit zu haben, an so einem präsenten Ort in der Hanse­stadt meine Arbeiten zeigen zu dürfen – ich pflege zu Hamburg schon sehr lange eine besondere Verbindung – habe schon mal zwei Jahre dort gelebt, meine ersten beruf­lichen Gehver­suche im Kreativ-Business gemacht, sehr viele Freunde und nun auch Familie vor Ort. Es ist immer wieder schön, im Norden und Teil spannender und einzig­ar­tiger Projekte sein zu dürfen. Das ist schon eine herrliche Sache!

Was sind für Dich die größten Unter­schiede zwischen Hamburg und Berlin?

HÜLPMAN: Ich denke, dass die Nordlichter generell etwas reser­vierter sind als die Berliner – das ist der größte Unter­schied. Hamburg ist wesentlich ruhiger als meine Heimat, das ist auch sehr auffällig. Ansonsten die frische Hafenluft und die weltbesten Fisch­brötchen, das fehlt Berlin definitiv.

Wie kam die Koope­ration mit Nights Glow Dark eigentlich zustande?

HÜLPMAN: Auf das Projekt bin ich als erstes online aufmerksam geworden und habe dann relativ schnell Philipp von Nights Glow Dark in Berlin über gemeinsame Bekannte kennen­ge­lernt. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, er hat mir mehr von der Vision des Projekts und dem Standort erzählt. Als die Idee aufkam, eine Kollabo zu machen und die Fenster neu zu bespielen, musste ich nicht lange zögern, um mit von der Partie zu sein.

Du hast auch schon kommer­zielle Koope­ra­tionen gemacht, etwa mit Astra. Wonach suchst Du solche Aufträge aus?

HÜLPMAN: Das Projekt mit Astra war damals eine meiner ersten größeren Koope­ra­tionen und hat sehr viel Spaß gemacht. Im Laufe der Jahre habe ich die große Freude gehabt, mit anderen namhaften Brands tolle Projekte zu kreieren und dabei viel zu lernen. Primär muss sich natürlich die Vision des Kunden mit meiner matchen und menschlich muss es passen. Der Vibe ist für Koope­ra­tionen für mich von großer Bedeutung. Mir ist aber vor allem wichtig, dass ich meine Handschrift und Ideen mit einbringen kann und mich nicht verstellen muss. Bisher ist das bei allen Zusam­men­ar­beiten der Fall gewesen, dass ich in meinem Stil arbeiten konnte und somit ein hoher Wieder­erken­nungswert geschaffen wird. Prinzi­piell bin ich für alles offen und freue mich auch immer wieder, wenn sich Synergien entwi­ckeln, die man vorher für eher ungewöhnlich oder nicht machbar gehalten hat. Das macht den größten Reiz aus.

Wo siehst Du Dich in fünf Jahre? Mehr als Künstler oder nach wie vor so vielseitig unterwegs wie jetzt?

HÜLPMAN: In Zukunft würde ich sehr gerne noch weiter das Privileg haben, von meinem Schaffen leben zu können, tolle Projekte zu verwirk­lichen, inspi­rie­rende Menschen kennen­zu­lernen, an fernen Orten auszu­stellen und noch die ein oder andere Reise machen zu können. Vor allem wünsche ich mir aber, gesund zu bleiben und meine Liebsten wachsen zu sehen. Und ich mag es, breit aufge­stellt zu sein, daher würde ich mich da auf nichts festlegen sollen. Mein Opa sagte schon »Et kütt, wie et kütt«.

https://www.huelpman.de/
https://www.instagram.com/huelpman86/

Mehr über die gemein­nützige Gesell­schaft 105 VIERTEL: https://www.105viertel.de/