Mode-Stylistin Ines Thömel: „Meine Kundin muss sich zu 100 % in ihrem neuen Style wohlfühlen und wiederkennen“

Mode-Stylistin Ines Thömel: „Meine Kundin muss sich zu 100 % in ihrem neuen Style wohlfühlen und wiederkennen“ 1256 960 Verena Liebeck
#behind­the­scenes

Mode-Stylistin Ines Thömel: „Meine Kundin muss sich zu 100 % in ihrem neuen Style wohlfühlen und wiederkennen

06. Dezember 2022

Am 8.12.2022 können sich Kundinnen bei einem Pre-Christmas Event im Shop der Designerin Alina Klemm von ihr beraten lassen. Uns verrät die frühere Fashion- und Beauty-Redak­teurin und jetzige Top-Stylistin Ines Thömel, wie sie Looks für Kundinnen zusam­men­stellt, woher sie sich ihre Inspi­ration holt und welche Mode-Basics in jeden Kleider­schrank gehören.

 

Ines, wie bist Du zum Styling gekommen?

Ich habe Modejour­na­listik studiert und im Anschluss mir fast 20 Jahre eine breite Mode-Expertise aufbauen können. Erst als Mode- und Beauty-Redak­teurin für Magazine wie Gala, Maxi oder Madame, später als Content-Creator für Kunden wie Taifun, Samoon oder Toni-Gard. Zuletzt habe ich als Senior Brand Editor bei GRAZIA und Jolie digitale Medien­kam­pagnen für Modelabels wie UGG, Gerry Weber oder Reserved strate­gisch geplant und umgesetzt. Mit Mode und seiner Wirkung setze ich mich also schon sehr lange auseinander 😉

Worauf schaust Du zuerst, wenn Du eine neue Kundin triffst, um erste Styling-Ideen für sie zu entwickeln?

Es gibt ein langes Vorge­spräch, wo ich eruiere, welche Hürden meine Kundin in puncto Mode hat und was sie in Zukunft über ihren Style aussagen und erreichen möchte. Zudem gibt der Blick in den Kleider­schrank noch einen guten Eindruck, z.B. in Sachen Fehlkäufe oder Lieblings­teilen. Danach erstelle ich ein auf sie abgestimmtes Style-Book inkl. perfekte Farben sowie Passform und Moodboard zu ihrem Stiltyp. Das ist die Basis, auf der wir dann zusam­men­ar­beiten und neue Looks je nach Anlass für sie entwickeln.

Auf dem roten Teppich sieht man oft ungewöhn­liche Looks, manchmal hat man aber auch den Eindruck, dass sich die eine oder andere Frau nicht wohlfühlt. Wie schaffst Du einen indivi­du­ellen Look, ohne eine Frau zu verkleiden?

Für mich das A und O: Meine Kundin muss sich zu 100 % in ihrem neuen Style wohlfühlen und wieder­kennen. Alles andere ist nicht dienlich – im Gegenteil. Oft schaffen aber schon neue Farban­reize oder andere Schnitt­füh­rungen tolle Ergeb­nisse. Da ist Finger­spit­zen­gefühl gefragt. Ich habe zum Glück immer direkt eine Idee im Kopf, wenn ich meine Kundin kennen­lerne und weiß ziemlich sofort welcher Stiltyp für sie passend wäre. Bisher lag ich damit immer richtig.

Woher holst Du Dir Deine Inspiration?

Ich habe immer meine Augen und Ohren offen. Streetstyles sind hier in Deutschland bzw. in Hamburg nicht so spekta­kulär, da schaue ich gern bei Pinterest oder Instagram. Aber ich liebe auch nach wie vor hochwertige Print-Hefte, wie aktuell die deutsche Vogue. Unter der neuen Leitung von Kerstin Weng enthält sie einen modernen Mix aus gesell­schafts­po­li­ti­schen Themen und Mode.

Welche Basics gehören in jeden Kleiderschrank?

•  Weißes Shirt (gute Qualität)
•  Coole (Hemd-) Bluse
•  Das kleine Schwarze – am besten eins, was sowohl zur Party als auch im Büro passt
•  Blazer
•  Blue-Jeans (guter Sitz)
•  Stoffhose
•  Cashmere-Pullover
•  Mantel

Hast Du ein Stilvorbild (und warum gerade dieses)?

Tilda Swinton. Ich liebe ihren Stil, der bestimmt ist durch raffi­nierte Schnitte, Andro­gy­nität und Minima­lismus. Ich habe auch ein Faible für ihr Signature-Piece: der Blazer mit kantigen Schul­ter­partien! Ihr Look ist einzig­artig, unkon­ven­tionell und artifi­ziell – einfach toll!

Was gefällt Dir an Alina Klemms Mode?

An Alinas Mode mag ich vor allem das Puris­tische gepaart mit Eyecatcher Details wie die Puffärmel oder Rüschen. Die Styles sind zeitlos, elegant und passen sowohl zum Job als auch für private Anlässe sehr gut.

Verrätst Du uns Deinen Lieblingsort in Hamburg?

Das Treppen­viertel in Blankenese. Im Sommer fühlt es sich ein bisschen so an als wäre man an der Côte d‘ Azur.