Als der Alte Wall zur Bühne wurde: Acht Tage, die Hamburg zum Leuchten und Feiern brachten
Eine Straße im Festival-Modus: acht Tage lang Bühne, Tanzfläche, Lichtkunstwerk und Treffpunkt mitten in Hamburg. Hier kommen unsere Highlights – und ein paar Geschichten hinter den Kulissen.
Los ging es am Freitagabend, den 11. September um 18 Uhr zunächst mit Schleusenmusik – und mit ziemlich viel Publikum. Viele Hundert Hamburger und Gäste kamen zur Eröffnung an den Alten Wall. Und auch der Wettergott spielte mit: Nach bangen Blicken gen Himmel blieb es trocken.
Dann wurde es offiziell – und hell: Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und Martin Wolfrat von Art-Invest Real Estate drückten im wahrsten Sinne des Wortes an der Fleetseite vom Haus der Bürgerschaft auf den roten Knopf und starteten damit die diesjährige Illumination. Gleichzeitig feierte die von Lichtkünstler Michael Batz eigens für das Haus der Bürgerschaft entwickelte Projektion zum Thema Demokratie Premiere.
Martin Wolfrat und Carola Veit
Passender hätte es kaum weitergehen können: Sven Kamin nahm das Thema mit seinem Poetry Slam auf und begeisterte die Zuschauer mit Wortwitz, Haltung und ordentlich viel Energie.
Prince als Outdoor-Konzert – und plötzlich tanzen fast 500 Menschen
Am Samstagnachmittag bewies der Alte Wall dann seine Qualitäten als Open-Air-Dancefloor. Auf Einladung des Nica Jazz Club kamen fast 500 Menschen, um Cosmo Klein und sein Trio mit „Purple 4 Life – A Tribute 2 Prince“ zu erleben.
Cosmo Klein
Und stillstehen? Praktisch unmöglich. Die mitreißenden Versionen der Prince-Hits brachten das Publikum schnell in Bewegung. Einige waren danach offenbar noch so in Dance-Mood, dass die Gelegenheit nutzen, den Abend beim regulären Konzert von Cosmo Klein im Nica Jazz Club fortzusetzen. Ganz nach dem Motto: Party all night long!
Mit Einbruch der Dämmerung übernahm wieder Michael Batz die Regie: Zahlreiche Hamburger und Gäste kamen, um die kunstvolle Illumination entlang des Alten Walls und der umliegenden „Blue-Bridges“ zu bestaunen.
Besonders begehrt: die Blitzlichter am Alten Wall 40, die für spektakuläre Effekte sorgten. Allerdings nicht ganz ohne Hindernisse hinter den Kulissen: Gleich zweimal wurden die Kabel geklaut. Die besonderen Lichteffekte mussten deshalb erst wieder instand gesetzt werden. Sorry – gegen so viel unerwünschte „Interaktion“ mit der Lichtkunst waren auch wir machtlos.
Dienstag wurde es hopfig
Am Dienstag ging es dann um Braukunst. Bier-Fans fanden sich im Brauhaus Joh. Albrecht ein und ließen sich von Brauerin Lisa in die Welt besonderer Biere entführen.
Nur zuhören wäre natürlich ein bisschen theoretisch gewesen. Deshalb durfte ausgiebig getestet werden. Schließlich versteht man Braukunst am besten, wenn man sie auch schmecken kann.
After Work? Eher After Work-out
Ein weiterer Höhepunkt der Festivalwoche folgte am Donnerstag: der After-Work-Abend in Kooperation mit Wallter’s und sipandsocialhh.
Zwei DJs lieferten die passenden Beats – und schon wurde auf den Terrassen und der Marion-Gräfin-Dönhoff-Brücke getanzt, gequatscht, angestoßen und der Feierabend ziemlich ausgiebig gefeiert.
Zur Dämmerung kam ein weiteres Highlight hinzu: eine neue Projektion oberhalb der Bucerius-Passage. Und dann tauchten plötzlich drei ziemlich große Überraschungsgäste im Publikum auf. Die Stelzenkünstlerinnen von Hochkant mischten sich zunächst unter die Gäste und verwandelten sich mit zunehmender Dunkelheit in leuchtende Kunstfiguren.
In ihren kunstvoll illuminierten Kostümen vor der beleuchteten Architektur des Alten Walls waren sie das perfekte Fotomotiv – und eines der meistfotografierten Highlights des Abends. Die vielen Bilder und Videos auf Social Media sprachen für sich.
Acht Tage „Talk of the town“
Lichtkunst, Poetry Slam, Prince-Songs, Bier, DJs, tanzende Menschen, leuchtende Stelzenwesen – und mittendrin die besondere Architektur des Alten Walls: Das Inter/Wall Festival 2026 hat gezeigt, wie vielfältig eine Straße mitten in der Hamburger Innenstadt bespielt werden kann.
Eine Woche lang wurde aus dem Alten Wall ein Ort zum Schauen, Zuhören, Tanzen, Probieren und Begegnen. Oder kurz gesagt: Der Alte Wall war definitiv „Talk of the town“.
Wer nicht dabei sein konnte – oder die schönsten Momente noch einmal erleben möchte –, findet viele Bilder auf unserem Instagram-Kanal. Und demnächst gibt es dort auch einen Film mit den schönsten Szenen des Inter/Wall Festivals 2026.
Bis zum nächsten Jahr!