Alles außer gewöhnlich: Die Stelzenkünstler von HOCHKANT kommen als bezaubernde Lichtwesen zum Inter/Wall Festival am Alten Wall
Am 17. September erwartet Besuchende an der Marion-Gräfin-Dönhoff-Brücke parallel zum After-Work-Event ein magisches Künstler-Trio zur Dämmerung.
Hereinspaziert in eine Welt voller tierischer Wesen, fantastischer Kreaturen & komischer Figuren!
Mit über 60 märchenhaften Kostümen wie etwa Insekten, Zaunkönig, Meereswesen, Engel, Zwerge und Elfen, sind die ca. 20 Stelzenkünstler von HOCHKANT aus Hildesheim und Hannover deutschland- und auch weltweit unterwegs. Dabei hat die Stelzentruppe mehr als 20 Jahre Erfahrung im Gepäck. Die übergroßen Charaktere sind als extravagante Eyecatcher schon von Weitem zu sehen, laufen als Walking Acts durch die Menge, interagieren mit dem Publikum und verzaubern es. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes „hohe Kunst“.
Alleinstellungsmerkmal sind die neuen Stelzen-Kostüme, deren Lichtspiel exakt vorprogrammiert werden kann. Und so erwarten Besucher und Besucherinnen am 17. September zum Finale des Inter/Wall Festivals wunderschöne Lichtanimationen, die die riesigen Körper durchlaufen und zur beleuchteten Architektur eine außergewöhnliche und emotionale Komponente addieren. Wir sprachen mit Nina Scholz von Hochkant über diese besondere Kunstart.
Wie kommt man auf die Idee, Stelzenkünstler:in zu werden?
Nina Scholz: Das ist bei jeder Person sicherlich anders. Ich selbst war schon immer viel auf der Bühne, mit Tanz, Musik und Theater, und habe dann mit Ars Saltandi aus Hildesheim den Walk Act kennengelernt. Später habe ich einen Stelzenläufer getroffen und fand die Art der Kunst so schön, dass ich einfach mit Stelzenlaufen und Kostümnähen angefangen und Hochkant gegründet habe.
Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?
NS: Im Grunde reicht die Freude an der Sache, und Mut. Alles andere kann man erlernen.
Wie lange dauert es, bis man diese Kunst perfekt beherrscht?
NS: Das ist bei jedem und jeder sehr unterschiedlich. Manche laufen schnell los, bewegen sich sehr frei und haben beim Auftritt schnell Freude und die Kapazität, alles andere wie den Umgang der Kostüme schnell aufzunehmen, andere schaffen es nach vielem Training nicht, ohne Festhalten zu laufen. Das ist Kopfsache und hat nichts mit Vorerfahrungen zu tun.
Welchen Hintergrund haben Ihre Künstler:innen?
NS: Auch das ist sehr unterschiedlich. Fast alle, aber eben nicht alle, kommen aus einem kreativen Bereich wie Theater, Tanz, aber auch Musik. Manche kommen eher aus dem Sportbereich. Wieder andere, wenige, beginnen erst bei Hochkant, kreativ zu sein.
Was macht die Stelzenkunst von Hochkant besonders?
NS: Sehr ausschlaggebend sind immer die Kostüme. Da hat jede Gruppe ihre Nische und ihren Stil. Wir haben uns in den letzten Jahren erst auf computerprogrammierte Lichtanimationen und andere kleine Gimmicks spezialisiert, und dann haben wir auch die Malerei ausgebaut. Ganz zu Beginn haben wir nur mal ein bisschen Farbe gesprüht oder gemalt, dann haben wir etwas mit Airbrush gearbeitet, und nun arbeiten wir an der zweiten Produktion, welche komplett nur mit Airbrush bemalt ist. Heißt, alle Stoffe sind erstmal weiß und werden dann besprüht. Außerdem ist es bei uns Grundsatz, dass wenn wir zum Beispiel Tiere sind, wir nicht sprechen. Wir sind in der Rolle, die wir verkörpern.
Was war Ihr bislang schönstes Erlebnis?
NS: Nach über 20 Jahren Stelzenlauf ist da kein spezielles Erlebnis herauspickbar. Es gab so viele schöne Momente. Ich liebe die Freude, die ich in den Leuten sehe, wenn wir sie verzaubern! Deswegen liebe ich es nach so langer Zeit immer noch aufzutreten. Natürlich ist es auch sehr spannend, bei einer großen Parade im Ausland dabei zu sein, oder in einer Stadionshow. Das ist Nervenkitzel, alle sind gespannt, da potenziert sich irgendwie die Energie aller KünstlerInnen, die man dann spürt. Hinzu kommen die Spannung und Freude so vieler Zuschauer auf einmal. Das ist toll!
Wo oder für wen würden Sie gerne mal eine Stelzen-Show machen?
NS: Da gibt es viel, aber nichts Bestimmtes. Vielleicht mal irgendwo, wo die Menschen arm sind und so etwas sonst nicht sehen, in anderen Ländern. Oder wo viele KünstlerInnen zusammenkommen und etwas gemeinsam kreiert wird.
Weitere Infos:
Die Stelzenkünstler treten am 17.9.2026 zweimal zwischen 19h und 21h in Lichtkostümen am Alten Wall und der Marion-Gräfin-Dönhoff-Brücke auf.
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