Neue Ausstellung im Bucerius Kunst Forum: Von Monet bis Picasso – Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland

Neue Ausstellung im Bucerius Kunst Forum: Von Monet bis Picasso – Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland 1848 2362 Verena Liebeck
#kunst­i­mal­tenwall

Neue Ausstellung im Bucerius Kunst Forum: Von Monet bis Picasso – Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland

11.September 2026

Ferdinand Hodler, Thunersee mit Stock­horn­kette, um 1913, Kunst­museum St. Gallen, Leihgabe der Simon und Charlotte Frick-Stiftung 2011

Fünfzehn bedeu­tende Sammlungen sind vom 11. September 2026 bis März 2027 am Alten Wall unter der Schirm­herr­schaft von Bundes­prä­sident Frank-Walter Stein­meier zu sehen.

Die Ausstellung Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland rekon­struiert fünfzehn bedeu­tende Sammlungen moderner Kunst von deutschen Jüdinnen und Juden vor 1945 und führt deren heute weltweit verstreuten Werke wieder zusammen. Die Schau präsen­tiert nicht nur heraus­ra­gende Kunst­werke der klassi­schen Moderne, sondern zeichnet anhand von histo­ri­schen Dokumenten und Erzäh­lungen deren Wege sowie die Lebens­ge­schichten der einstigen Eigentümer:innen nach. Das Verfol­gungs­schicksal der Sammler:innen während der Schoa sowie die damit einher­ge­hende Zerschlagung ihrer Kollek­tionen sind wesent­licher Bestandteil des Ausstel­lungs­kon­zepts. Die Schau erinnert an die wegwei­sende Rolle deutscher Jüdinnen und Juden für die Etablierung, Förderung und Vertei­digung moderner Kunst­formen in Deutschland. Zu sehen sind rund 100 Gemälde, Grafiken und Skulp­turen aus der Zeit vom Realismus und Impres­sio­nismus bis zu Expres­sio­nismus und Neuer Sachlichkeit von Künstler:innen wie Paul Cezanne, Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker, Claude Monet, Max Pechstein und Pablo Picasso. Stefan Koldehoff und Dr. Kathrin Baumstark haben die Ausstellung konzi­piert und kuratiert. Sie steht unter der Schirm­herr­schaft von Bundes­prä­sident Frank-Walter Steinmeier.

Wladimir von Zabotin, Sonntag­morgen in Danzig, o. J., Kunst­halle Mannheim, Schenkung William Landmann, Toronto, 1973 © Sammlung Emma Zabotin

Kunst­werke der klassi­schen Moderne verknüpft mit den Lebens­ge­schichten der einstigen Eigentümer:innen

Im Mittel­punkt der Schau stehen beispielhaft fünfzehn Familien, Paare und Einzel­per­sonen aus allen Teilen des damaligen Deutschen Reiches, die durch ihre Sammel­tä­tigkeit moderne Kunst in beson­derer Form förderten und sich damit sowie auf andere Weise, etwa in öffent­lichen Insti­tu­tionen und durch privates Mäzena­tentum, für die Gesell­schaft engagierten. Zu ihnen zählen u.a. die Familie Hirschland, Paul und Clothilde Schüler, Martha und Walter Blank, Max Meirowsky, Rosa Schapire und Margarete Mauthner. Aus ihren ehema­ligen Sammlungen sind Gemälde, Zeich­nungen, Druck­gra­fiken, Künstler:innenpostkarten und Skulp­turen von Georges Braque, Paul Cezanne, Lovis Corinth, Vincent van Gogh, Ferdinand Hodler, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Paula Modersohn-Becker, Claude Monet, Edvard Munch, Max Pechstein, Pablo Picasso, Camille Pissarro, Karl Schmidt-Rottluff, Milly Steeger und vielen weiteren zu sehen.

Claude Monet, Der Leuchtturm von Honfleur, 1864, Kunsthaus Zürich, Geschenk der Erben von Dr. Adolf Jöhr (Präsident der Zürcher
Kunst­ge­sell­schaft 1922-1940), 1975

In der Gesamt­kon­zeption verbindet die Schau kunst­his­to­rische und kunst­so­zio­lo­gische Forschung und Analyse, kultur­po­li­tische Kontex­tua­li­sierung und erinne­rungs­kul­tu­relle Reflexion. Die langjährige und aufwändige Recherche zur Ausstellung hat gezeigt, dass viele Jüdinnen und Juden, deren Sammlungs­praxis integraler Bestandteil der deutschen Moderne war, höchstens in Fachkreisen noch namentlich bekannt sind. Diese Sammler:innen und ihre kultu­relle Leistung mithilfe der Kunst wieder ins gesell­schaft­liche Bewusstsein zurück­zu­holen, ist zentrales Anliegen der Ausstellung.

Die Ausstellung steht unter der Schirm­herr­schaft von Bundes­prä­sident Frank-Walter Steinmeier.

Gefördert durch die Kultur­stiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauf­tragten der Bundes­re­gierung für Kultur und Medien.

Weitere Infos und Tickets:

https://www.buceriuskunstforum.de/