Neue Ausstellung im Bucerius Kunst Forum: Von Monet bis Picasso – Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland
Ferdinand Hodler, Thunersee mit Stockhornkette, um 1913, Kunstmuseum St. Gallen, Leihgabe der Simon und Charlotte Frick-Stiftung 2011
Fünfzehn bedeutende Sammlungen sind vom 11. September 2026 bis März 2027 am Alten Wall unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu sehen.
Die Ausstellung Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland rekonstruiert fünfzehn bedeutende Sammlungen moderner Kunst von deutschen Jüdinnen und Juden vor 1945 und führt deren heute weltweit verstreuten Werke wieder zusammen. Die Schau präsentiert nicht nur herausragende Kunstwerke der klassischen Moderne, sondern zeichnet anhand von historischen Dokumenten und Erzählungen deren Wege sowie die Lebensgeschichten der einstigen Eigentümer:innen nach. Das Verfolgungsschicksal der Sammler:innen während der Schoa sowie die damit einhergehende Zerschlagung ihrer Kollektionen sind wesentlicher Bestandteil des Ausstellungskonzepts. Die Schau erinnert an die wegweisende Rolle deutscher Jüdinnen und Juden für die Etablierung, Förderung und Verteidigung moderner Kunstformen in Deutschland. Zu sehen sind rund 100 Gemälde, Grafiken und Skulpturen aus der Zeit vom Realismus und Impressionismus bis zu Expressionismus und Neuer Sachlichkeit von Künstler:innen wie Paul Cezanne, Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker, Claude Monet, Max Pechstein und Pablo Picasso. Stefan Koldehoff und Dr. Kathrin Baumstark haben die Ausstellung konzipiert und kuratiert. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Wladimir von Zabotin, Sonntagmorgen in Danzig, o. J., Kunsthalle Mannheim, Schenkung William Landmann, Toronto, 1973 © Sammlung Emma Zabotin
Kunstwerke der klassischen Moderne verknüpft mit den Lebensgeschichten der einstigen Eigentümer:innen
Im Mittelpunkt der Schau stehen beispielhaft fünfzehn Familien, Paare und Einzelpersonen aus allen Teilen des damaligen Deutschen Reiches, die durch ihre Sammeltätigkeit moderne Kunst in besonderer Form förderten und sich damit sowie auf andere Weise, etwa in öffentlichen Institutionen und durch privates Mäzenatentum, für die Gesellschaft engagierten. Zu ihnen zählen u.a. die Familie Hirschland, Paul und Clothilde Schüler, Martha und Walter Blank, Max Meirowsky, Rosa Schapire und Margarete Mauthner. Aus ihren ehemaligen Sammlungen sind Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Künstler:innenpostkarten und Skulpturen von Georges Braque, Paul Cezanne, Lovis Corinth, Vincent van Gogh, Ferdinand Hodler, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Paula Modersohn-Becker, Claude Monet, Edvard Munch, Max Pechstein, Pablo Picasso, Camille Pissarro, Karl Schmidt-Rottluff, Milly Steeger und vielen weiteren zu sehen.
Claude Monet, Der Leuchtturm von Honfleur, 1864, Kunsthaus Zürich, Geschenk der Erben von Dr. Adolf Jöhr (Präsident der Zürcher
Kunstgesellschaft 1922-1940), 1975
In der Gesamtkonzeption verbindet die Schau kunsthistorische und kunstsoziologische Forschung und Analyse, kulturpolitische Kontextualisierung und erinnerungskulturelle Reflexion. Die langjährige und aufwändige Recherche zur Ausstellung hat gezeigt, dass viele Jüdinnen und Juden, deren Sammlungspraxis integraler Bestandteil der deutschen Moderne war, höchstens in Fachkreisen noch namentlich bekannt sind. Diese Sammler:innen und ihre kulturelle Leistung mithilfe der Kunst wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein zurückzuholen, ist zentrales Anliegen der Ausstellung.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
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