Neue Ausstellung im Bucerius Kunst Forum: F.C. Gundlach. You’ll Never Watch Alone

Neue Ausstellung im Bucerius Kunst Forum: F.C. Gundlach. You’ll Never Watch Alone 1772 1783 Verena Liebeck
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Neue Ausstellung im Bucerius Kunst Forum: F.C. Gundlach. You’ll Never Watch Alone

7.Mai 2026

F.C. Gundlach, Uschi Obermaier mit Sinalco Puppe Rita, Hamburg 1970
© F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach

Vom 8. Mai bis 16. August 2026 steht der bekannte Fotograf im Mittel­punkt u.a. mit zahlreichen unver­öf­fent­lichten Werken.

In diesem Jahr wäre F.C. Gundlach 100 Jahre geworden. Das Bucerius Kunst Forum am Alten Wall widmet dem renom­mierten Fotografen, Galeristen, Sammler, Unter­nehmer und Netzwerker nun eine Ausstellung mit seinen ikoni­schen Fotografien sowie vielen noch bislang unver­öf­fent­lichten Schwarzweiß- und Farbauf­nahmen. Dem gegenüber stehen außerdem Werke von Vorbildern, Weggefährt:innen und Nachfol­genden. Die Ausstellung findet anlässlich des 100. Geburtstags von F.C. Gundlach im Rahmen der 9. Triennale der Photo­graphie Hamburg 2026 statt.

F.C. Gundlach erlangte Bekanntheit durch seine weltweit erstellten Modefo­to­grafien. Als einfluss­reicher Fotograf und wichtiger Teil eines Netzwerkes in der Mode-, Kunst- und Kultur­szene war er beteiligt an der Produktion und Rezeption deutscher Modema­gazine und prägte mit zahlreichen Cover­mo­tiven die Darstellung von Mode und die damit verbun­denen gesell­schaft­lichen Vorstel­lungen von Geschlecht und Identität.

F.C. Gundlach, „Jet Age“, Hamburg, 1963
© F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach

Relevanz von Fotografie für gesell­schaft­liche Strömungen

Die Ausstellung nimmt Gundlachs Werk als Ausgangs­punkt, um die Entstehung der fotokul­tu­rellen Szene seit den 1950er Jahren und die Relevanz von Fotografie für gesell­schaft­liche Strömungen zu beleuchten. Der Ausstel­lungs­titel verweist darauf, dass Fotografie nie isoliert geschieht. Gundlachs Allianzen, die er mit anderen einging, reichten von Paris über New York bis Tokio und verbanden Verlags­wesen, Fotoin­dustrie, Galerie­szene und Museumswelt. Sie gaben ihm als Fotograf und Förderer entschei­dende Impulse. Sein Kontakt mit Menschen war immer Inspi­ration, neue stilis­tische Formen für sein eigenes Werk auszu­pro­bieren, aber auch selbst neue Standards für andere zu setzen. Diese Offenheit und Neugierde floss ebenso in seine Sammel­tä­tigkeit ein.

Die Ausstellung beleuchtet Gundlachs vielfäl­tiges Schaffen und lotet dabei Konti­nui­täten, aber auch Brüche seiner persön­lichen ebenso wie gesell­schaft­lichen fotokul­tu­rellen Entwick­lungen aus. U.a. zeigt sie Gundlach als Galeristen, Labor­be­sitzer und Lehrer in Hamburg und Berlin, der durch seine Förderung Fotodis­kurse wie neue Talente sichtbar machte. Die Ausstellung hat das Ziel, das Schaffen von F.C. Gundlach in einen umfas­senden Kontext zu setzen und seine Bedeutung für die Entwicklung der Fotografie im Spannungsfeld von Auftrag, Kunst und Technik herauszustellen.

F.C. Gundlach, Wilhelmina Cooper, „Fashion Studio“, Hamburg 1965
© F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach

Durch sein vielsei­tiges Wirken, Reisen und den Dialog mit anderen Akteur:innen der Fotoszene nahm er entschei­denden Einfluss auf die visuelle Kultur seiner Zeit, während er gleich­zeitig von gesell­schaft­lichen Strömungen, politi­schen Entschei­dungen und Trends geprägt wurde. Die Ausstellung beleuchtet diese wechsel­sei­tigen Einflüsse. Dabei wird aufge­zeigt, wie eng Fotografie mit kultu­rellen und sozialen Entwick­lungen verwoben ist und wie wegweisend Gundlachs Visionen für unser heutiges Bildver­ständnis waren.

Als engagierter Wahl-Hamburger hat Gundlach maßgeblich zur Etablierung einer Fotokultur in der Stadt beigetragen. Seine Werke und die Sammlung, die von der Stiftung F.C. Gundlach verwaltet werden, wirken bis heute nach.

F.C. Gundlach, „Phantasie in Schwarz und Weiss“, Candy Tannev und Elfi Wildfeuer, Chefre­dakteur Curt Walden­burger und sein Fahrer assis­tieren, Hamburg 1954
© F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach

Die Ausstellung im Detail

Zu sehen sind 130 Fotografien von F.C. Gundlach sowie 70 Werke aus seiner Sammlung, die mitein­ander in Beziehung gesetzt werden, darunter Werke von Erwin Blumenfeld, Richard Avedon, Regina Relang, Cindy Sherman und vielen anderen. Die Stiftung fungiert als alleinige Leihge­berin dieser ersten großen Ausstellung seines Werks seit seinem Tod im Jahr 2021. Der 100. Geburtstag von F.C. Gundlach bietet Anlass für diese besondere Sicht auf sein Werk. Die Ausstellung wird bewusst keine Retro­spektive sein. Prägende Etappen seines Lebens werden beispielhaft aufge­griffen, um so neue Perspek­tiven auf sein Schaffen und die Entstehung der fotokul­tu­rellen Szene des 20. Jahrhun­derts zu ermög­lichen. Neben den berühmten, ikonisch gewor­denen Fotografien zeigt die Ausstellung auch Experi­men­telles und Neuent­de­ckungen von ihm und seinen Weggefährt:innen, die Gundlachs künst­le­ri­schen Weg prägten.

Kurator:innen: Sebastian Lux, Franziska Mecklenburg, Dr. Sophie-Charlotte Opitz.

Die Ausstellung des Bucerius Kunst Forums entstand in Zusam­men­arbeit mit der Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg.

Sammlung F.C. Gundlach in den Deich­tor­hallen Hamburg

Parallel zur Ausstellung F.C. Gundlach. You’ll Never Watch Alone präsen­tieren die Deich­tor­hallen Hamburg vom 5. Juni bis 22. September 2026 in der Halle für aktuelle Kunst die Schau Cocktail Prolongé. F.C. Gundlach special: ein Kalei­doskop vielfäl­tigster Insze­nie­rungen von Körper­lichkeit und der damit verbun­denen Wünsche, Fantasien und Emotionen, das ein neues Licht auf F.C. Gundlach wirft.

Die Ausstellung ist Teil der 9. Triennale der Photo­graphie Hamburg 2026, die vom 5. Juni bis 22. September 2026 unter dem Titel Alliance, Infinity, Love - in the Face of the Other elf Ausstel­lungen in acht Museen und Ausstel­lungs­häusern der Stadt präsentiert.

Weitere Infor­ma­tionen:

https://www.buceriuskunstforum.de/

https://2026.phototriennale.de/