Neue Ausstellung im Bucerius Kunst Forum: F.C. Gundlach. You’ll Never Watch Alone
F.C. Gundlach, Uschi Obermaier mit Sinalco Puppe Rita, Hamburg 1970
© F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach
Vom 8. Mai bis 16. August 2026 steht der bekannte Fotograf im Mittelpunkt u.a. mit zahlreichen unveröffentlichten Werken.
In diesem Jahr wäre F.C. Gundlach 100 Jahre geworden. Das Bucerius Kunst Forum am Alten Wall widmet dem renommierten Fotografen, Galeristen, Sammler, Unternehmer und Netzwerker nun eine Ausstellung mit seinen ikonischen Fotografien sowie vielen noch bislang unveröffentlichten Schwarzweiß- und Farbaufnahmen. Dem gegenüber stehen außerdem Werke von Vorbildern, Weggefährt:innen und Nachfolgenden. Die Ausstellung findet anlässlich des 100. Geburtstags von F.C. Gundlach im Rahmen der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 statt.
F.C. Gundlach erlangte Bekanntheit durch seine weltweit erstellten Modefotografien. Als einflussreicher Fotograf und wichtiger Teil eines Netzwerkes in der Mode-, Kunst- und Kulturszene war er beteiligt an der Produktion und Rezeption deutscher Modemagazine und prägte mit zahlreichen Covermotiven die Darstellung von Mode und die damit verbundenen gesellschaftlichen Vorstellungen von Geschlecht und Identität.
F.C. Gundlach, „Jet Age“, Hamburg, 1963
© F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach
Relevanz von Fotografie für gesellschaftliche Strömungen
Die Ausstellung nimmt Gundlachs Werk als Ausgangspunkt, um die Entstehung der fotokulturellen Szene seit den 1950er Jahren und die Relevanz von Fotografie für gesellschaftliche Strömungen zu beleuchten. Der Ausstellungstitel verweist darauf, dass Fotografie nie isoliert geschieht. Gundlachs Allianzen, die er mit anderen einging, reichten von Paris über New York bis Tokio und verbanden Verlagswesen, Fotoindustrie, Galerieszene und Museumswelt. Sie gaben ihm als Fotograf und Förderer entscheidende Impulse. Sein Kontakt mit Menschen war immer Inspiration, neue stilistische Formen für sein eigenes Werk auszuprobieren, aber auch selbst neue Standards für andere zu setzen. Diese Offenheit und Neugierde floss ebenso in seine Sammeltätigkeit ein.
Die Ausstellung beleuchtet Gundlachs vielfältiges Schaffen und lotet dabei Kontinuitäten, aber auch Brüche seiner persönlichen ebenso wie gesellschaftlichen fotokulturellen Entwicklungen aus. U.a. zeigt sie Gundlach als Galeristen, Laborbesitzer und Lehrer in Hamburg und Berlin, der durch seine Förderung Fotodiskurse wie neue Talente sichtbar machte. Die Ausstellung hat das Ziel, das Schaffen von F.C. Gundlach in einen umfassenden Kontext zu setzen und seine Bedeutung für die Entwicklung der Fotografie im Spannungsfeld von Auftrag, Kunst und Technik herauszustellen.
F.C. Gundlach, Wilhelmina Cooper, „Fashion Studio“, Hamburg 1965
© F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach
Durch sein vielseitiges Wirken, Reisen und den Dialog mit anderen Akteur:innen der Fotoszene nahm er entscheidenden Einfluss auf die visuelle Kultur seiner Zeit, während er gleichzeitig von gesellschaftlichen Strömungen, politischen Entscheidungen und Trends geprägt wurde. Die Ausstellung beleuchtet diese wechselseitigen Einflüsse. Dabei wird aufgezeigt, wie eng Fotografie mit kulturellen und sozialen Entwicklungen verwoben ist und wie wegweisend Gundlachs Visionen für unser heutiges Bildverständnis waren.
Als engagierter Wahl-Hamburger hat Gundlach maßgeblich zur Etablierung einer Fotokultur in der Stadt beigetragen. Seine Werke und die Sammlung, die von der Stiftung F.C. Gundlach verwaltet werden, wirken bis heute nach.
F.C. Gundlach, „Phantasie in Schwarz und Weiss“, Candy Tannev und Elfi Wildfeuer, Chefredakteur Curt Waldenburger und sein Fahrer assistieren, Hamburg 1954
© F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach
Die Ausstellung im Detail
Zu sehen sind 130 Fotografien von F.C. Gundlach sowie 70 Werke aus seiner Sammlung, die miteinander in Beziehung gesetzt werden, darunter Werke von Erwin Blumenfeld, Richard Avedon, Regina Relang, Cindy Sherman und vielen anderen. Die Stiftung fungiert als alleinige Leihgeberin dieser ersten großen Ausstellung seines Werks seit seinem Tod im Jahr 2021. Der 100. Geburtstag von F.C. Gundlach bietet Anlass für diese besondere Sicht auf sein Werk. Die Ausstellung wird bewusst keine Retrospektive sein. Prägende Etappen seines Lebens werden beispielhaft aufgegriffen, um so neue Perspektiven auf sein Schaffen und die Entstehung der fotokulturellen Szene des 20. Jahrhunderts zu ermöglichen. Neben den berühmten, ikonisch gewordenen Fotografien zeigt die Ausstellung auch Experimentelles und Neuentdeckungen von ihm und seinen Weggefährt:innen, die Gundlachs künstlerischen Weg prägten.
Kurator:innen: Sebastian Lux, Franziska Mecklenburg, Dr. Sophie-Charlotte Opitz.
Die Ausstellung des Bucerius Kunst Forums entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg.
Sammlung F.C. Gundlach in den Deichtorhallen Hamburg
Parallel zur Ausstellung F.C. Gundlach. You’ll Never Watch Alone präsentieren die Deichtorhallen Hamburg vom 5. Juni bis 22. September 2026 in der Halle für aktuelle Kunst die Schau Cocktail Prolongé. F.C. Gundlach special: ein Kaleidoskop vielfältigster Inszenierungen von Körperlichkeit und der damit verbundenen Wünsche, Fantasien und Emotionen, das ein neues Licht auf F.C. Gundlach wirft.
Die Ausstellung ist Teil der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026, die vom 5. Juni bis 22. September 2026 unter dem Titel Alliance, Infinity, Love - in the Face of the Other elf Ausstellungen in acht Museen und Ausstellungshäusern der Stadt präsentiert.
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