Ein Jahr Paradox Museum Hamburg: Warum das Museum für Edutainment Menschen aller Generationen begeistert
Das Museum verblüfft nicht nur durch spektakuläre Installationen und Exponate, viele Schülerklassen lernen hier ganz spielerisch. Für 2026 sind Neuheiten geplant.
Man hört Gelächter und aufgeregte Stimmen an diesem Morgen. Eine Schulklasse aus Kiel erobert sich gerade die Räume des Paradox Museum. Ihre Aufgabe: Ein Exponat zu finden, das sie besonders gut finden und es in einem Foto inszenieren. So viel sei verraten: der Raum „lebendiges Essen“ stand besonders hoch im Kurs.
Gut ein Jahr nach seiner Eröffnung Ende 2024 hat sich das Paradox Museum Hamburg fest als Erlebnis- und Lernort in der Hamburger Innenstadt etabliert. Auf 1.300 Quadratmetern, verteilt auf drei Ebenen und mit über 50 interaktiven Installationen, ist das Haus längst mehr als ein Selfie-Spot: Es ist ein Ort, an dem Physik, Wahrnehmung und Kunst spielerisch erfahrbar werden – und zunehmend auch ein Ziel für Schulklassen.
„Wenn ich durch das Museum gehe und überall Gelächter höre, weiß ich, dass wir alles richtig machen“, sagt Museumsmanagerin Sonja Bredtmann. Besonders an Vormittagen, wenn Schulklassen zu Besuch sind, wird deutlich, was das Konzept ausmacht: Lernen durch Staunen. „Die Schüler:innen entdecken die Exponate nicht frontal erklärt, sondern im eigenen Erleben. Genau das bleibt hängen.“
Vom Staunen zum Verstehen
Das Paradox Museum hat sich auf Edutainment spezialisiert: künstlerische, physikalische und mathematische Phänomene werden nicht erklärt, sondern erlebbar gemacht. Ob im Zero-Gravity- Bereich, im Gesichtsmischer oder beim sogenannten „lebendigen Essen“, hier empfinden Generationen gleichermaßen großen Spaß, klassische Museumsregeln verlieren ihre Gültigkeit. Anfassen ist ausdrücklich erlaubt, Ausprobieren erwünscht. Und genau das begeistert Familien, Großeltern mit Enkeln, Teenager und Schulklassen ohne Ausnahme.
Besonders beliebt bei Schulklassen sind interaktive Formate wie eine Foto-Rallye, bei der Teams das kreativste Bild finden müssen. Denn das fördert Beobachtung, Teamarbeit und die Kommunikation untereinander. Darüber hinaus werden Inhalte aus Physik oder Mathematik nach dem Besuch deutlich leichter vermittelt.
Um diesem wachsenden Interesse von Schulen gerecht zu werden, bietet das Museum auf Anfrage spezielle Öffnungszeiten an. So können Schüler und Schülerinnen das Haus in ruhiger Atmosphäre erkunden und sich intensiver mit den Hintergründen der Illusionen beschäftigen. Auch in den Ferien gibt es verlängerte Zeitfenster für Familien – ein Angebot, das stark nachgefragt wird.
„Unser Ziel ist es, als feste Adresse für Wandertage und Projektwochen wahrgenommen zu werden“, erklärt Bredtmann. Ergänzend arbeitet das Team an didaktischen Anknüpfungspunkten für verschiedene Altersstufen.
Ein Museum mit Hamburger Handschrift
Ein Alleinstellungsmerkmal des Hauses ist auch die Einbindung lokaler Künstler:innen. Installationen wie „Licht & Schatten“, die Hamburger Stadtmotive aufgreifen, sie schlagen eine Brücke zwischen Wissenschaft und zeitgenössischer Kunst. Auch der große, flexibel nutzbare Eventraum trägt zum Erfolg bei – ob für Firmenfeiern oder kreative Workshops.
Zu den Lieblingsorten von Sonja Bredtmann gehört das Kaleidoskop, das regelmäßig saisonal neu inszeniert wird – von Ostern über Valentinstag bis Halloween oder Schlagermove. „Es ist ein Raum, in den ich mich selbst immer wieder gerne setze. Er verändert sich – und damit auch die Wahrnehmung.“
Führung mit Teamgeist
Bredtmanns Weg ins Museumsmanagement begann ungewöhnlich: Nach ihrem Studium der Kommunikationswissenschaft und Publizistik zog es sie bewusst nicht in den Journalismus. Stationen wie Dialog im Dunkeln und Hamburg Dungeon prägten ihre Laufbahn, von Marketing und Events bis zur Betriebsleitung. Heute verantwortet sie im Paradox Museum Personal, Finanzen und Marketing gleichermaßen.
Was sie aus dem Sport mitbringt – sie spielt seit über 45 Jahren Hockey, auch in der Ü40/45-Nationalmannschaft – ist für sie zentral: Teamfähigkeit. „Für andere mitdenken, niemanden hängen lassen, sich gegenseitig unterstützen – das gilt im Sport wie im Museum.“ Ihr persönliches Motto: Challenge accepted.
Die Besucherstruktur ist international: Neben vielen Hamburger:innen kommen Gäste aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland, etwa aus Dänemark. Für 2026 sind bereits neue Überraschungen geplant, die das Museum weiterentwickeln sollen.
Doch schon jetzt ist klar: Das erste Jahr war ein Erfolg. Und das Paradox Museum am Alten Wall will noch mehr sein – ein Ort, an dem Schulklassen nicht nur lachen, sondern Lernen neu erleben. „Wenn Kinder hier rausgehen und anfangen, ihre eigene Wahrnehmung zu hinterfragen“, sagt Sonja Bredtmann, „dann haben wir unser Ziel erreicht.“
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