Ein Jahr Paradox Museum Hamburg: Warum das Museum für Edutainment Menschen aller Generationen begeistert

Ein Jahr Paradox Museum Hamburg: Warum das Museum für Edutainment Menschen aller Generationen begeistert 2560 1707 Verena Liebeck
#behind­the­s­cenes

Ein Jahr Paradox Museum Hamburg: Warum das Museum für Edutainment Menschen aller Generationen begeistert

06.Februar 2026

Das Museum verblüfft nicht nur durch spekta­kuläre Instal­la­tionen und Exponate, viele Schüler­klassen lernen hier ganz spiele­risch. Für 2026 sind Neuheiten geplant.

Man hört Gelächter und aufge­regte Stimmen an diesem Morgen. Eine Schul­klasse aus Kiel erobert sich gerade die Räume des Paradox Museum. Ihre Aufgabe: Ein Exponat zu finden, das sie besonders gut finden und es in einem Foto insze­nieren. So viel sei verraten: der Raum „leben­diges Essen“ stand besonders hoch im Kurs.

Gut ein Jahr nach seiner Eröffnung Ende 2024 hat sich das Paradox Museum Hamburg fest als Erlebnis- und Lernort in der Hamburger Innen­stadt etabliert. Auf 1.300 Quadrat­metern, verteilt auf drei Ebenen und mit über 50 inter­ak­tiven Instal­la­tionen, ist das Haus längst mehr als ein Selfie-Spot: Es ist ein Ort, an dem Physik, Wahrnehmung und Kunst spiele­risch erfahrbar werden – und zunehmend auch ein Ziel für Schulklassen.

„Wenn ich durch das Museum gehe und überall Gelächter höre, weiß ich, dass wir alles richtig machen“, sagt Museums­ma­na­gerin Sonja Bredtmann. Besonders an Vormit­tagen, wenn Schul­klassen zu Besuch sind, wird deutlich, was das Konzept ausmacht: Lernen durch Staunen. „Die Schüler:innen entdecken die Exponate nicht frontal erklärt, sondern im eigenen Erleben. Genau das bleibt hängen.“

Vom Staunen zum Verstehen

Das Paradox Museum hat sich auf Edutainment spezia­li­siert: künst­le­rische, physi­ka­lische und mathe­ma­tische Phänomene werden nicht erklärt, sondern erlebbar gemacht. Ob im Zero-Gravity- Bereich, im Gesichts­mi­scher oder beim sogenannten „leben­digen Essen“, hier empfinden Genera­tionen gleicher­maßen großen Spaß, klassische Museums­regeln verlieren ihre Gültigkeit. Anfassen ist ausdrücklich erlaubt, Auspro­bieren erwünscht. Und genau das begeistert Familien, Großeltern mit Enkeln, Teenager und Schul­klassen ohne Ausnahme.

Besonders beliebt bei Schul­klassen sind inter­aktive Formate wie eine Foto-Rallye, bei der Teams das kreativste Bild finden müssen. Denn das fördert Beobachtung, Teamarbeit und die Kommu­ni­kation unter­ein­ander. Darüber hinaus werden Inhalte aus Physik oder Mathe­matik nach dem Besuch deutlich leichter vermittelt.

Um diesem wachsenden Interesse von Schulen gerecht zu werden, bietet das Museum auf Anfrage spezielle Öffnungs­zeiten an. So können Schüler und Schüle­rinnen das Haus in ruhiger Atmosphäre erkunden und sich inten­siver mit den Hinter­gründen der Illusionen beschäf­tigen. Auch in den Ferien gibt es verlän­gerte Zeitfenster für Familien – ein Angebot, das stark nachge­fragt wird.

„Unser Ziel ist es, als feste Adresse für Wandertage und Projekt­wochen wahrge­nommen zu werden“, erklärt Bredtmann. Ergänzend arbeitet das Team an didak­ti­schen Anknüp­fungs­punkten für verschiedene Altersstufen.

Ein Museum mit Hamburger Handschrift

Ein Allein­stel­lungs­merkmal des Hauses ist auch die Einbindung lokaler Künstler:innen. Instal­la­tionen wie „Licht & Schatten“, die Hamburger Stadt­motive aufgreifen, sie schlagen eine Brücke zwischen Wissen­schaft und zeitge­nös­si­scher Kunst. Auch der große, flexibel nutzbare Eventraum trägt zum Erfolg bei – ob für Firmen­feiern oder kreative Workshops.

Zu den Lieblings­orten von Sonja Bredtmann gehört das Kalei­doskop, das regel­mäßig saisonal neu insze­niert wird – von Ostern über Valen­tinstag bis Halloween oder Schla­germove. „Es ist ein Raum, in den ich mich selbst immer wieder gerne setze. Er verändert sich – und damit auch die Wahrnehmung.“

Führung mit Teamgeist

Bredt­manns Weg ins Museums­ma­nagement begann ungewöhnlich: Nach ihrem Studium der Kommu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft und Publi­zistik zog es sie bewusst nicht in den Journa­lismus. Stationen wie Dialog im Dunkeln und Hamburg Dungeon prägten ihre Laufbahn, von Marketing und Events bis zur Betriebs­leitung. Heute verant­wortet sie im Paradox Museum Personal, Finanzen und Marketing gleichermaßen.

Was sie aus dem Sport mitbringt – sie spielt seit über 45 Jahren Hockey, auch in der Ü40/45-Natio­nal­mann­schaft – ist für sie zentral: Teamfä­higkeit. „Für andere mitdenken, niemanden hängen lassen, sich gegen­seitig unter­stützen – das gilt im Sport wie im Museum.“ Ihr persön­liches Motto: Challenge accepted.

Die Besucher­struktur ist inter­na­tional: Neben vielen Hamburger:innen kommen Gäste aus ganz Deutschland und dem benach­barten Ausland, etwa aus Dänemark. Für 2026 sind bereits neue Überra­schungen geplant, die das Museum weiter­ent­wi­ckeln sollen.

Doch schon jetzt ist klar: Das erste Jahr war ein Erfolg. Und das Paradox Museum am Alten Wall will noch mehr sein – ein Ort, an dem Schul­klassen nicht nur lachen, sondern Lernen neu erleben. „Wenn Kinder hier rausgehen und anfangen, ihre eigene Wahrnehmung zu hinter­fragen“, sagt Sonja Bredtmann, „dann haben wir unser Ziel erreicht.“

Weitere Infos und Tickets:

https://www.paradoxmuseumhamburg.com/